WLAN-Funkvermessung am Hof

Schwankendes WLAN? Messen statt raten.

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WLAN am Hof messen: 3D-Funkvermessung mit dem Handy

Messung am 22.10.2026

Auf unserem Hof schwankte die WLAN-Qualität: An manchen Stellen lief alles, an anderen brach die Verbindung ein – obwohl genug Access Points da waren und das Handy vollen Empfang anzeigte. Statt weitere Geräte aufzuhängen, habe ich das Funknetz vermessen: Punkt für Punkt, drinnen und draußen, mit Ort, Höhe und Signal jedes Access Points. Das Ergebnis war eindeutig: überlappende WLAN-Kanäle.

3D-Ansicht der WLAN-Reichweiten mehrerer Access Points über einem Hof: farbige Hüllen über Luftbild und Gebäuden
Reichweite jedes Access Points als farbige Hülle über Luftbild und Gebäuden – so wird sichtbar, wo sich die Funkzellen überlagern.

Die Ursache: Kanäle, die sich überlappen

Im 2,4-GHz-Band gibt es nur drei Kanäle, die sich nicht überschneiden (1, 6 und 11). Senden benachbarte Access Points auf überlappenden Kanälen, stören sie sich gegenseitig. Der Empfang ist dann stark, der Durchsatz trotzdem schlecht – genau das typische „mal geht's, mal nicht“. Mit der Signalstärke allein sieht man das nicht; erst der Störabstand je Messpunkt zeigt, wo sich die Zellen gegenseitig ausbremsen. Damit war die Ursache gefunden und ließ sich gezielt über die Kanalzuordnung beheben, statt mit mehr Hardware.

So habe ich gemessen

  • Draußen: Gelände ablaufen, das Handy setzt alle paar Meter einen Messpunkt (GPS und Schrittzähler).
  • Drinnen: Stelle auf der Karte antippen; Gebäude und Stockwerk erkennt die App selbst (Gebäudeumriss und Luftdruck).
  • Je Punkt: Signalstärke, Kanal und Band (2,4 / 5 GHz) jedes empfangenen Access Points.
  • Auswertung: Reichweite je Access Point in 3D über Luftbild, Geländemodell und Gebäuden (in Bayern aus den Open Data der Vermessungsverwaltung), Punkte gefärbt nach Empfang, bestem Access Point und Störabstand.

Eingesetzte Hardware

  • Messgerät: ein Google-Pixel-Handy – keine teure Messtechnik.
  • Funknetz: verschiedene MikroTik-Access-Points, zentral gesteuert über CAPsMAN. Damit lassen sich Kanäle und Sendeleistung aller Access Points an einer Stelle festlegen; die Messung zeigt, welche Zuordnung auf dem Gelände tatsächlich funktioniert.

Für wen ist das interessant?

Für alle, die WLAN über mehrere Gebäude und Freiflächen verteilen: landwirtschaftliche Betriebe mit Stall, Werkstatt und Hofladen, Firmengelände und IT-Dienstleister im ländlichen Raum. Gerade Sensoren, Kameras und andere IoT-Geräte hören schlechter als ein Handy – eine Messung zeigt, ob das Signal am Einbauort wirklich reicht.

Die App: Hof-Funk

Aus dem Projekt ist die Android-App Hof-Funk entstanden. Sie misst offline, erstellt einen HTML-Bericht mit 3D-Ansicht zum Weitergeben und exportiert die Rohdaten als GeoJSON. Kostenlos nutzbar für einen Standort mit 50 Messpunkten; für mehr gibt es Lizenzen.

Häufige Fragen

Warum ist das WLAN trotz vollem Empfang langsam?

Oft senden mehrere Access Points auf überlappenden Kanälen und stören sich gegenseitig. Im 2,4-GHz-Band überschneiden sich nur die Kanäle 1, 6 und 11 nicht.

Brauche ich spezielle Messtechnik?

Nein, ein Android-Handy ab Android 13 genügt. Für viele Messungen pro Minute wird in den Entwickleroptionen die WLAN-Scan-Drosselung ausgeschaltet (Anleitung).

Funktioniert das mit einem iPhone?

Nein. iPhones geben die Ergebnisse von WLAN-Scans nicht an Apps heraus.